Wipperfürth – Familienbildungsstätte – Festakt

11. Oktober 2019 Newsdesk/Weitzdörfer, Je

Wipperfürth. Am 10. Oktober feierte die katholische Familienbildungsstätte "Haus der Familie" in Wipperfürth ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Klosterkirche.

Der Festakt mit etwa 150 Gästen begann mit einer Vesper, die Lambert Schäfer, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Nikolaus feierlich gestaltete. Auch im weiteren Verlauf blieb man in der Klosterkirche, was eine reizvolle Umgebung für die Programmpunkte bot. Auch die musikalischen Intermezzi von Beate Starken am Cello erklangen so besonders schön.

Digitalisierung in der Familie

Den Impulsvortrag zum Themenkomplex Digitalisierung, Familie und Familienbildung hielt Prof. Dr. Anne Schulze von der Hochschule Koblenz. Die Digitalisierung sei natürlich im Beruf, der Wirtschaft und der Industrie in aller Munde, da sei es also auch kein Wunder, dass sie auch nicht vor der Familie halt mache, sagte Dr. Schulze.

Doch wie könne man Familie, Familienbildung und Digitalisierung in ein gesundes Verhältnis bringen? Dazu ging die Hochschulprofessorin auf unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung ein. „ Der familiäre Alltag ist vom Digitalen geprägt. Dabei stellen sich ethische Fragen, auch der Umgang mit Konflikten ist hier ein Thema“, sagte Dr. Schulze. Letztlich sei die Digitalisierung aber kein linearer Prozess sondern ein offener und komplexer Bereich. Dadurch würden die Anforderungen nicht nur an die Eltern steigen, sondern auch die Pädagogen in der Familien- und Erwachsenenbildung müssten sich dem anpassen.

Talkrunde zu Familienbildung in digitaler Welt

In der anschließenden Talkrunde unterhielt sich die Moderatorin Melanie Wielens mit ihren Gästen – NRW-Justizminister Peter Biesenbach, Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski, Oberbergs Kreisdechant Christoph Bersch und Dr. Peter Scharr, dem Pädagogischen Leiter des Bildungswerks der Erzdiözese Köln – über die persönliche Beziehung zur Bildungsstätte und die Bedeutung von Familienbildung in einer digitalen Welt.

„Kommunikation ist das A und O, wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen“, sagte etwa Scharr, der zudem betonte, dass das Haus der Familie für ihn ein Stück „Beziehung der Freude“ sei. Für Biesenbach sei es besonders wichtig, dass Kinder Bezugspersonen haben müssten. „Ich weiß nicht, wie Familiensystem sich künftig entwickeln, aber das Miteinanderreden ist von großer Bedeutung“ .

Für von Rekowski war das Haus der Familie immer schon ein Stück Heimat. Digitalisierung sei für ihn vor allem ein Segen. „Aber sie hat natürlich auch Risiken. Das Haus der Familie kann dafür sorgen, dass Wertevermittlung nicht zu kurz kommt“, sagte Wipperfürths Bürgermeister.

„Wir sollten bei allen Bedenken, die wir haben, immer mit einem positiven Ansatz herangehen. Digitalisierung birgt die Gefahr der Vereinsamung, aber letztlich standen Familien immer schon vor Herausforderungen. Wir können diesen auf jeden Fall begegnen“, betonte Bersch das Gute im Menschen. 

Das Haus der Familie

„Neue Säuglingspflege-Kurse für Mütter und Väter beginnen am 7. Oktober, 20 Uhr, mit den Vorträgen des Frauenarztes in der alten Klosterschule in Wipperfürth.“ Mit diesen Worten wurde vor 50 Jahren in der Bergischen Landeszeitung und in der Kirchenzeitung der erste Kurs der Katholischen Familienbildungsstätte Haus der Familie Wipperfürth beworben. 

Zuvor hatte die Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus das ehemalige Franziskanerkloster auf dem Klosterberg in Wipperfürth von Grund auf renoviert. Auch mit dem Trägerwechsel der Bildungseinrichtung 2005 zum Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V. setzte sich die erfolgreiche Arbeit weiter fort: Über 210.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben seit Oktober 1969 an Kursen und Seminaren teilgenommen.