Deutschland – Religion und Kultur – Armin Petras

26. November 2019 (pek191126-ahi)
Theatermacher Armin Petras. Der ausgezeichnete Dramaturg Fritz Kater ist sein Alter Ego.

Köln. Fritz Kater ist mit dem Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2019 ausgezeichnet worden. Der Dramatiker ist die Schreibexistenz und das Alter Ego des Theatermachers Armin Petras, der den Preis am Montagabend, 25. November, in Köln entgegennahm. Das „Nebeneinander von Diskurs und Unterhaltung“ verbinde Theater und Kirche, erklärte Petras während der Verleihung in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung fördert die Begegnung zwischen gegenwärtiger Theaterlandschaft, Autoren und Religion.

Dramaturg Bernd Isele vom Deutschen Theater Berlin hob in seiner Laudatio die Qualität von Fritz Katers Figuren hervor, die „voll Witz und voller Trauer“ seien: „Es sind Mikrokosmen, die ihren Ort und ihr Milieu haben, und die gleichzeitig weit darüber hinaus weisen.“ Zuvor hatte der Kuratoriumsvorsitzende Prälat Josef Sauerborn die Bedeutung des Preises herausgestellt. Theater und Religion gehörten zum Menschen und seien immer tief verwandt gewesen, sagte er in seiner Begrüßungsrede und erklärte weiter: „Die Jury erkennt in den Arbeiten von Fritz Kater einen solchen Ort der Begegnung des Theaters mit der Religion.“

Mehr als 20 Stücke hat Fritz Kater seit Beginn seines Schaffens 1990 geschrieben. Mehrheitlich wurden sie von Armin Petras zur Uraufführung gebracht. Der Regisseur selbst spricht über den Autor wie über eine andere Person. Den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis nahm er vor Theatermachern aus Köln, Bonn, Düsseldorf, Berlin, Bremen und Cottbus entgegen.

Armin Petras wurde 1964 in Meschede im Sauerland geboren. 1969 siedelte er mit seinen Eltern in die DDR über, wo er von 1985 bis 1987 Regie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ studierte. 1988 reiste Petras in die Bundesrepublik aus. Er war an Theatern in ganz Deutschland sowie im deutschsprachigen Ausland tätig. Petras leitete als Intendant das Maxim Gorki Theater in Berlin sowie anschließend das Schauspiel Stuttgart.

Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis wird aus dem Nachlass des Schauspielers Ludwig Mülheims finanziert, den das Erzbistum Köln verwaltet. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz, dessen sinnlichen Sprachstil die Jury 2018 hervorhob, sowie Nuran David Calis, der für seine Trilogie über den NSU-Nagelbombenanschlag an der Kölner Keupstraße bekannt ist. Mehr Informationen unter ludwig-muelheims-theaterpreis.de.