(c) Martin Mölder

Neue Ausstellung über seligen Josef Marxen

  • 21.05.19 12:07
  • Martin Mölder
  •   Im Auftrag des Herrn

„Ich bin glücklich. Ich werde nun sterben und man wird sich in Albanien daran erinnern, dass ich ein Zeuge für Christus war.“ Das sagte Pfarrer Josef Marxen, geboren in Köln-Worringen, kurz vor seiner Ermordung im November 1946 in einem Wald nahe der albanischen Hauptstadt Tirana. Mehr als 70 Jahre nach seinem Tod stellte Dr. Cäcilia Giebermann dieses Zitat in den Mittelpunkt ihres Vortrags über das Leben ihres Großonkels anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Von Köln nach Albanien – auf den Spuren des seligen Josef Marxen“ im Kölner Domforum. Vor drei Jahren wurde Marxen gemeinsam mit 37 weiteren Märtyrern in Albanien selig gesprochen. Bereits Jahre zuvor hatte sich Giebermann auf Spurensuche in Albanien begeben, um so viel wie möglich über das Leben ihres Großonkels heraus zu finden. Sie fuhr dieselben Wege wie Pfarrer Marxen durch die nach wie vor unwegsamen albanischen Berge, um zu recherchieren und nachempfinden zu können, was der Selige dort getan, wie er in den Jahren 1936 bis 1946 gelebt und gewirkt hat. Die Ärztin und Mitarbeiterin im Offizialat des Erzbistums traf Zeitzeugen, die sich an Marxen erinnerten und erzählten, wie sehr er Teil der Dorfgemeinschaften seiner Gemeinden wurde, wie schnell er die albanische Sprache lernte und sogar das Gesetz der albanischen Berge, den sogenannten Kanun, verinnerlichte.

Interreligiöser Dialog lange bevor es den Begriff gab

 (c) Martin Mölder

„Ich war sehr bewegt, als mir ein alter Mann schilderte, wie mein Großonkel zwei Familien, die in Blutrache lebten, miteinander versöhnte“, erzählt Giebermann. Diese Integration in einer für ihn zunächst völlig fremden Welt sieht Thomas Wolff, leitender Pfarrer in der Gemeinde St. Pankratius am Worringer Bruch, in der Marxen getauft wurde, als Auftrag für die Kirche heute.

„In einer Gesellschaft, die immer vielfältiger wird, gibt das Beispiel Josef Marxens uns mit auf den Weg, dass wir noch viel sensibler werden müssen für den kulturellen Hintergrund unserer Mitmenschen.“ Ähnlich sieht es Weihbischof Rolf Steinhäuser, der die Ausstellung eröffnete: „Bei Josef Marxen wird der Glaube als Dienst am Menschen konkret und praktisch. Er hat den Albanern nichts übergestülpt und trotzdem hat er immer zu seinem katholischen Glauben gestanden und das bis zu seiner Ermordung. Das ist schon ein starkes Glaubenszeugnis.“ Giebermann dankte vor allem denjenigen, die die Ausstellung ermöglicht haben. Neben Pfarrer Thomas Wolff waren das Karin Saberschinsky,Dr. Ursula Krohn vom Referat Erwachsenen- und Familienbildung, Markus Schüppen von Abteilung Stiftungen und Fundraising und Markus Perger von der Diözesanstelle Weltkirche-Weltmission. Dort ist die Ausstellung von Gemeinden des Erzbistums buchbar. Unter Telefon: (02 21) 16 42 16 42 oder per Mail: markus.perger@erzbistum-koeln.de

Ihre Spende für Albanien

In Worringen hat die Gemeinde St. Pankratius ist ein Spendenkonto für die albanischen Gemeinden von Pfarrer Josef Marxen eingerichtet. Mit dem Geld wird sowohl die Renovierung der kleinen Bergkirche in Perlat verwendet, in der Marxen gearbeitet hat und die im Kommunismus fast völlig zerstört wurde, aber auch Kindern und Kranken kommen die Spenden zu Gute. Unter anderem wird die kleine Krankenstation in Perlat unterstützt.

Spendenkonto der KG Pankratius

Kreissparkasse Köln

IBAN: DE90370502990 159007789

BIC: COKSDE33XXX

Verwendungszweck: 48700300/1900002007: "Seliger Pfarrer Josef Marxen"

Für Spendenquittungen (ab 250 Euro, darunter genügt für das Finanzamt der Kontoauszug) sind der komplette Name und die Anschrift des Spenders nötig.

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